Die Kolpingsfamilie

Ein kurzer Blick zurück

Gründer Foto

Im Jahre 1931 erfolgte die Gründung der Greffener Kolpingsfamilie- oder des Katholischen Gesellenvereins Greffen, wie sie sich in den ersten Jahren nannte.

Eingeleitet wurden die Vorbereitungen zur Gründung vom damaligen Greffener Kaplan Josef Föcking. Er konnte die begonnen Arbeit aber nicht mehr vollenden, da ihn sein Bischof nach Münster berief.

Die Gründungsvorbereitungen wurden von Kaplan Loecken übernommen und weitergeführt. Durch die Unterstützung der Handwerksmeister Bernhard Claves und Theodor Füchtemeier war es dem Kaplan möglich, am 25. Februar 1931, die erste Versammlung abzuhalten.

Die offizielle Gründungsversammlung fand am 22. März im Saale Schröder statt. Hierzu hatten sich die Gesellenvereine aus Harsewinkel, Versmold, Warendorf und die Muster-Turnriege des Gesellenvereins Münster mit ihren Präsides eingefunden.

Von nun an fanden regelmäßig Veranstaltungen statt. In dem jungen Gesellenverein herrschten von Beginn an ein Leben voller Tatendrang und Ideen. Für Informationen und Weiterbildung sorgte der 1960 verstorbene Rektor Bernhard Ohlmeier. Es wurden aber auch auswärtige Referenten eingeladen, um sich möglichst auf vielen Gebieten weiterzubilden.

Großer Beliebtheit erfreuten sich die Wanderungen, Ausflüge und Fahrten. Im Juni 1933 nahmen wir am ersten Deutschen Gesellentag in München teil.

Auch in der Greffener Kolpingsfamilie, wie sich der Gesellenverein seit dem Herbst 1933 nennt, wurde ein ordnungsgemäßes Vereinsleben immer schwieriger. Die Betätigung in der Kolpingsfamilie wurde von staatlichen Stellen immer mehr eingeschränkt. Nach und nach verbot man die berufliche Weiterbildung, Referate über staatsbürgerliche Themen und andere Bildungsarbeit. Im Oktober 1934 bricht das Protokoll der Greffener Kolpingsfamilie ab. Doch trotz der vielen Verbote wurde die Greffener Kolpingsfamilie nicht offiziell aufgelöst. Manche Gesellen traten zwar aus Angst und Sorge vor den möglichen Folgen aus der Kolpingsfamilie aus, doch die meisten blieben treu und hielten weiter Kontakt zueinander. Unter diesen Verhältnissen war kein ordnungsgemäßes Vereinsleben mehr möglich, zumal die meisten Kolpingsöhne Soldaten wurden.

Eingeleitet wurden der Neubeginn nach dem Krieg von Kaplan Josef Hebing, mit dem sich am 26. Juli 1946 24 Männer im „Deutschen Haus“ (Schröder) trafen. Bald lief das Vereinsleben wieder in gewohnten Bahnen. Die Veranstaltungen standen wieder im Zeichen der Unterhaltung und des Frohsinns. Es dauerte nicht lang, da stieg auch die Mitgliederzahl wieder an.

Vom 12. bis 16. September 1956 feierte die Kolpingsfamilie ihr 25jähriges Bestehen. Der Sonntag begann um 7 Uhr mit einem Festgottesdienst. Hieran schloss sich eine Kranzniederlegung am Ehrenmal an. Anschließend wurde im Vereinslokal gemeinsam gefrühstückt. Seinen äußeren Höhepunkt fand das Jubiläum in einer großen musikalisch, durch Musikstücke umrahmten Feierstunde im Saale Schröder.

So wie in den 60ziger Jahren die Wirtschaft einen starken Aufschwung erlebte, nahmen auch in der Kolpingsfamilie die Mitgliederzahl sowie das Angebot an Veranstaltungen aller Art zu. Einen großen Aufschwung erlebte die Kolpingsfamilie im Jahre 1970. Die Jungkolpinggruppe wurden gegründet. Von nun an konnten Jugendliche ab 14 Jahren Mitglieder werden. Eine weitere Neuordnung trat in Kraft: In der Kolpingsfamilie, die bisher ein reiner Männerverein war, können jetzt auch Frauen und Mädchen Mitglied werden. Die Vorbereitungen zu diesem Vorhaben hatten schon Jahre gedauert.

Im Mai 1971 konnte die Kolpingsfamilie auf ihr 40 jähriges Bestehen zurückblicken. Am 14.06.1972 wurde der Antrag auf Überlassung der Bodenräume in der Johannesschule gestellt. Am 02.04.1973 wurde mit dem Ausbau begonnen. Nach fast zweieinhalbjähriger Bautätigkeit konnten die Räume fertig gestellt werden. Bei der feierlichen Eröffnung am 2. September 1975 dankte der Vorsitzende, Albert Luchtefeld, allen, die dazu beigetragen hatten dass diese Räumlichkeiten geschaffen werden konnten.

Die Tanzgruppe der Kolpingsfamilie wurde 1977 von Maria Rotthaus und Maria Bellmann ins Leben gerufen. In der Tanzgruppe waren im Durchschnitt 18 Mädchen. Sie tanzten auf Sportfesten, Schützenfesten, Klassentreffen, Jubiläen, Hochzeiten, Karnevalsfesten, Seniorennachmittagen und marschierten bei Festzügen mit.

Das große Väter und Kinder zelten fand erstmals im Jahre 1977 statt. Diese Veranstaltung erfreut sich heute immer noch großer Beliebtheit.

Auch Altmaterial- Kleider und Papiersammlungen wurden durchgeführt. Heute stehen zwei Kolpingaltkleidercontainer an der Schule, die von allen Bürger genutzt werden können.

Immer wieder standen Wochenenden in Olpe für die ganze Familie auf dem Programm. Unter dem Motto “ Tapetenwechsel“ wurden Veranstaltungen für Senioren in Olpe angeboten.

Auch Reisen wurden damals angeboten. Die erste mehrtägige Reise ging 1968 nach Berlin. Die erste Auslandsfahrt wurde 1970 unternommen. In Engmod am Zee, direkt an der Nordsee, in Holland, waren die Unterkünfte reserviert. In den Jahren danach wurden mehrmals Fahrten nach Paris, Kopenhagen und Österreich angeboten. Tagesausflüge in die nähere und weitere Umgebung, sowie Werksbesichtigungen, Wanderungen und Fahrradtouren stehen immer wieder auf unserem Programm.

Die Greffener Kolpingfamilie beteiligt sich aktiv an Veranstaltungen der im Ort ansässigen Vereine. Bannerabordnungen bei Hubertusmessen, Wallfahrten Prozessionen und Festumzügen gehören dazu. Beim ersten großen Schießwettbewerb der Ehrengarde, 1980, erzielten die Jungkolpingmitglieder einen beachtlichen vierten Platz. Die jahrelang im Saale Schröder stattfindenden Pfarrfamilienfeste hatten ihren Ursprung in den „Bunten Abenden“ der Kolpingsfamilie. Bei dem nun alle zwei Jahre veranstalteten Pfarrfest rund um die St. Johanneskirche beteiligt sich die Kolpingsfamilie aktiv.

 Den höchsten Mitgliederstand hatte die Kolpingsfamilie im Jahre 1981 mit 204 Mitgliedern.

Das 75 jährige Bestehen feierten wir 2006.

Viele Mitglieder haben Zeit und Kraft eingebracht, wodurch die Kolpingsfamilie auch heute noch eine lebendige Bildungs- und Aktionsgemeinschaft ist. Möge es uns auch in Zukunft gelingen, dass wir die erfolgreiche Arbeit im Sinne von Adolf Kolping fortsetzen.

TREU KOLPING
Hedwig Wiedenlübbert