Präsentkörbe für 60 Jahre Treue

Greffen (wen). Die Kolpingsfamilie Greffen hat am Samstagabend sieben Jubilare geehrt. Die Vorsitzende Hedwig Wiedenlübbert dankte Peter Schuhmacher für 25 Jahre Treue. Peter Bernzen, Werner Günter, Heinz Leismann und Maria Rotthaus sind seit 40 Jahren dabei. Seit nun schon 60 Jahren sind Heinz Brand und Christoph Krieft der Kolpingfamilie treu. Alle Jubilare erhielten Urkunden. Heinz Brand und Christoph Krieft zusätzlich einen Präsentkorb.
Im Anschluss an die Jubilarehrung hielt Bäckermeister Marc Mundri aus Everswinkel, der mehr als drei Jahre auf der Walz war, einen Vortrag über seine Erlebnisse. Der Mann kam traditionell gekleidet in das Pfarrheim. Er trug Hut, eine schwere Jacke und weiße Kleidung darunter. Die Hose war schwarz-weiß kariert – die Farben des Bäckers. Diese Kluft gehöre zu einer Handwerker-Reise dazu, erklärte Mundri – so wie viele weitere Traditionen, die ein Geselle auf seiner dreijährigen Wanderschaft einhalten müsse.
Es funktioniert so: Man muss jünger als 30 Jahre, ledig und kinderlos sein. Dann darf man die Reise aufnehmen und von Stadt zu Stadt fahren und dort für den ortsüblichen Tariflohn in Backstuben arbeiten. Das gebe es aber auch für andere Handwerksberufe. Für die Reise und Unterkunft darf der Geselle kein Geld bezahlen – außer wenn er fliegen möchte. Dann darf er sein angespartes, auf der Reise verdientes Geld, ausgeben. Marc Mundri hatte immer einen Schlafsack bei sich. „Falls mich mal niemand aufnahm, hatte ich den Schlafsack, um im Hotel der 1000 Sterne zu übernachten“, sagte er. Er durfte sich seinem Heimatort vom Februar 2011 bis Februar 2014 nicht mehr als 50 Kilometer nähern. Außerdem durfte er weder Handy noch Laptop mitnehmen – benutzen allerdings schon, wenn sich die Möglichkeit ergab. „Es ging mir um die Abenteuerlust, die handwerkliche Weiterbildung und um meine persönliche Entwicklung“, so Mundri. Die vielen Begegnungen mit den Menschen aus verschiedenen Ländern und die Offenheit, die man sich aneignen muss, prägten ihn sehr. Er lernte mit schwierigen Situationen umzugehen und Tag für Tag mit der Sorge zu leben, die nächste Nacht kein Dach über dem Kopf zu haben. Marc Mundri war 1137 Tage unterwegs. Er bereiste zwölf Länder in mehreren Kontinenten. So kam er nach Indien, Neuseeland und Mexiko.

Quelle: Die Glocke | Ausgabe: Gütersloh | Harsewinkel | 07.12.2015 | Seite 11